Saguaro Kaktus – Der typische Western Kaktus als Logo

ich wurde gebeten, für das Landeslager 2020 des rdp (Ring deutscher Pfadfinder Verbände/Ring deutscher Padfinderinnen Verbände) Baden Württemberg, genauer gesagt für ein Unterlager davon, ein Logo mit Kaktus zu entwerfen. Dieser sollte Goldene Streifen haben bzw. Goldapplikationen, um damit auf die Zeit des Goldrausches im Wilden Westen anzuspielen.

Der klassische Kaktus der Wild-West Filme bzw. für die USA ist der Säulenkaktus der Art Carnegiea gigantea Saguaro oder kurz Saguaro. Diese langsam wachsenden Kakteen können bis zu 12 Meter hoch werden und bis zu 70cm im Durchmesser erreichen. Sie bilden im Alter einige wenige Zweige die typischerweise ebenfalls senkrecht nach oben zeigen. Diese sind oftmals in einer Ebene Ringförmig um die Hauptsäule angeordnet. Daneben gibt es aber auch die in Cartoons oft verwendete Wuchsform mit abwechselnd dem Stamm entspringenden Zweigen. Die Zweige zeigen an den Achseln oft eine leichte Einschnürung.

Neben den klassischen Entwürfen per Vektor-Grafik Programm habe ich das ganze genutzt, um meine Modeling Skills in Blender 3D im Training zu halten.
Der Grundansatz war, das ganze per Boxmodeling und Subdivision surface Modifier zu gestalten. Dazu wurden die Flächen des Würfels entsprechend extrudiert, skaliert und rotiert.

Schaut man sich das Vorbild aus der Natur näher an, fällt auf, dass der Kaktus keine “glatte, geschlossene” Oberfläche hat, sondern eine Art Rillenstruktur ausbildet – dient vermutlich der Oberflächenvergrößerung für die Photosynthese ohne gleichzeitig die Angriffsflächen für die Verdunstung/Transpiration übermäßig zu erhöhen.
Diese konnte ich meinem 3D Modell (noch) nicht verpassen, weil ich kein Werkzeug, Methode gefunden habe, dies gleichmäßig für das komplette Modell auf einmal zu tun. (Also nicht jede einzelne Edge bzw. Face Loop isoliert skalieren bzw. verschieben oder schrumpfen zu müssen). Wer da eine passende Technik kennt – gerne her damit.
Da das ganze ja in erster Linie Bestandteil eines Logos werden soll, war dieses Detail aber nicht wichtig, da es eh nicht auf dem fertigen Logo auftauchen sollte.

Die Sache mit den Streifen erwies sich dann allerdings auch etwas kniffliger, als zunächst gedacht. Ursprünglich wollte ich ein Material erstellen, in dem ich dann procedual die Streifen erzeuge und damit auch ganz einfach anpassen kann.
Das ist jedoch daran “gescheitert”, dass ich es nicht geschafft habe, dass die Streifen der Kontur der Oberfläche folgen. An den “Ästen” hätten die Streifen diesen Bogen folgen sollen, ausgehend von einem der Längsstreifen oder aus der Knickstelle heraus. Zudem waren die Streifen nur von Vorne oder Hinten parallel zur Oberfläche der Pflanze nicht aber in der Seitenansicht. Das hätte aber rundherum so sein sollen wie in der Frontansicht.
Auch mit Unwrapen des Objektes bin ich nicht weitergekommen. Zumal das setzen der Nähten für saubere Schnitte nicht ganz trivial war.
Es gibt bestimmt eine schlaue Methode, Streifen prozedual so zu erzeugen, dass sie der Oberfläche folgen, mir ist jedoch keine eingefallen.

Deshalb arbeite ich mit 2 Materialien für dieses Objekt und erzeuge die Streifen im Edit-Mode indem ich diese beiden Materialien entsprechend den Faces zuweise. Dadurch verliere ich leider komplett die Flexibilität um bsp. die Streifen unterschiedlich dick zu machen, indem ich einfach ein, zwei Parameter im Shader-Node ändere. Auf der anderen Seite habe ich so aber die höchstmögliche Kontrolle über die Position der Streifen.

Die erste Version der Streifen seht ihr hier. Ich bin mit dem Material-Shader für das Kaktus-Fleisch an sich noch nicht wirklich zufrieden, weil das ganze zu wenig nach natürlicher Pflanze aussieht, es wirkt nicht organisch genug. Und ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, warum das Material nicht matter/rauher wirkt. Auch hier, wer Tipps hat, immer her damit.
Die Goldstreifen an sich gehen aber in Ordnung.
Für den Zweck, den Kaktus als Teil eines Logos zu verwenden, ist der “künstliche” Touch allerdings egal, da das Bild eh im Orthographischen Modus gerendert wird. Anschließend wird es dann in Coreldraw vektorisiert und zweifarbig, bzw. mit einigen Grünabstufungen und Goldtönen coloriert. So zumindest der Plan.

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